Hinaus in die weite Welt (19.04.2022)

    Der Frühling ist für Singvögel eine umtriebige Zeit, da sie mit Nestbau, Brut und Jungenaufzucht beschäftigt sind. Und auch nachdem die Jungen das Nest verlassen haben, kümmern sich die Eltern noch um sie. Aufgefundene Jungvögel brauchen daher meist keine Hilfe, selbst wenn sie verlassen wirken.

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    Sempach. – Derzeit sind viele Vögel mit Brüten oder der Versorgung ihrer Nestlinge beschäftigt. Mancherorts haben bereits die ersten Jungvögel das Nest verlassen. Bei einigen Vogelarten wie beispielsweise der Amsel wagen die Jungen den Sprung aus dem Nest noch bevor sie richtig fliegen können.

    Trotz dieser noch ungeschickten Flugversuche sind solche «Frühstarter» gut für das Überleben ausserhalb des Nests gerüstet. Sie tragen ein wärmendes Federnkleid, können umherhüpfen und werden von ihren Eltern noch einige Zeit mit Nahrung versorgt. Jungvögel ausserhalb des Nests benötigen daher meist keine menschliche Hilfe. Es wäre sogar falsch, sie mitzunehmen, da selbst die kompetenteste Pflegeperson die Aufzucht nie so geschickt meistert wie die Vogeleltern.

    Manchmal landen Jungvögel allerdings an einem unglücklichen Ort, beispielsweise auf einer Strasse oder in unmittelbarer Nähe einer Katze. Befindet sich ein Jungvogel in akuter Gefahr, so ist es sinnvoll, ihn in ein nahegelegenes Gebüsch zu setzen. Der Geruch des Menschen stört die Vogeleltern nicht, sie sorgen weiterhin für ihren Nachwuchs.

    Gelegentlich kommt es vor, dass Vogelkinder tatsächlich zu früh aus dem Nest fallen. Man erkennt sie daran, dass sie nicht herumhüpfen können und meist kaum befiedert sind. In solchen Fällen ist der Gang in eine Pflegestation angebracht. Auch verletzte Jungvögel gehören in die Hände von Fachpersonen. Einheimische Singvögel darf man nicht selbst pflegen oder aufziehen, denn ihre Haltung und Pflege erfordert viel Fachwissen sowie eine kantonale Bewilligung.
     

    Woran erkennt man einen Jungvogel? 
    Jungvögel erkennt man am besten an ihren hellen Wülsten im Schnabelwinkel. Ist man unsicher, ob es sich bei einem Findling um einen Jungvogel handelt, so sollte man sich bei einer Pflegestation nach deren Einschätzung zu erkundigen.

    Die Schweizerische Vogelwarte betreibt eine eigene Pflegestation. Diese kann unter Tel. 041 462 97 00 (Mo-Fr 8-12 Uhr und 13.30-17 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen 9-12 Uhr und 13.30-17 Uhr) erreicht werden.

     

    Vogel gefunden – was tun?
    Es kommt gelegentlich vor, dass man einen Vogel findet, der nicht wegfliegt. In gewissen Fällen braucht der Vogel die professionelle Hilfe einer Pflegestation, in anderen ist ein Eingreifen hingegen nicht nötig. Ein Entscheidungsbaum soll helfen, auf die häufigsten Situationen richtig zu reagieren.

    Weitere Informationen: www.vogelwarte.ch/vogel-gefunden

    Weitere Auskünfte

    Martina Schybli
    Schweizerische Vogelwarte
    6204 Sempach
    Tel. 041 462 99 29
    martina.schybli@vogelwarte.ch