Waldstruktur und Vögel

    Jahr für Jahr werden von freiwilligen Mitarbeitenden der Vogelwarte auf ca. 300 Kilometerquadraten Anzahl und Artenzusammensetzung der Brutvögel ermittelt. Auf diese Weise können Veränderungen im Brutvogelbestand dokumentiert werden. Besonders interessant sind solche Langzeitzählungen, wenn sie Veränderungen in der Avifauna mit Veränderungen im Lebensraum in Zusammenhang bringen, oder die Häufigkeit (oder Seltenheit) von Arten mit Merkmalen des Lebensraums erklären können. Leider kennen wir die Habitate in unseren Untersuchungsgebieten oft nur unzureichend. – Dies trifft vor allem auf den Wald zu.

    Deshalb hat die Schweizerische Vogelwarte 2016 ein Projekt gestartet mit dem Ziel, die Waldstruktur in jenen Gebieten zu erforschen, in denen Brutvogelbestandsaufnahmen vorliegen. Unter Waldstruktur verstehen wir: Zusammensetzung und Altersstruktur des Baumbestands, Totholzvorkommen, Vorkommen von Mikrohabitaten (z. B. Baumhöhlen, Baumpilze), Vorkommen bestimmter Lebensräume (etwa Wurzelteller oder Ameisenhaufen) und die Ausprägung von Strauch- und Krautschicht.

    Auf über 2’932 Probeflächen (verteilt auf 176 Kilometerquadrate) haben wir in den Jahren 2017 bis 2020 die oben genannten Parameter untersucht und die Probeflächen so markiert, dass sie in einigen Jahren wiederaufgefunden werden können. So können in Zukunft nicht nur Veränderungen des Brutvogelbestands, sondern auch solche des Waldlebensraums dokumentiert werden. Einige Resultate der Ersterhebung sind hier dargestellt.

    Anleitung Waldstrukturenkartierung
     

    Ameisenhaufen
    Diversität der Baumarten
    Habitatbäume
    Krautschicht Deckungsgrad
    Totholzvolumen